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Krieg an der Westfront
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Der Krieg an der Westfront

ab dem 6. Juni 1944

1. Situation an der Westfront vor dem 6. Juni 1944

An den Tagen vor dem 6. Juni 1944, dem Tag der Landung alliierter Streitkräfte in der Normandie (auch bekannt als sogenannter "D-Day"), war die Westfront zwangsläufig fast zum Nebenkriegsschauplatz degradiert. Neben der Ostfront tobte seit dem 10.7.1943, der Tag an dem die Allliierten in Sizilien landeten (Operation Husky), der Krieg in Süditalien. Den Alliierten war es gelungen, die deutschen Truppen der Wehrmacht bis zu der Verteidigungsstellung „Grüne Linie“ zwischen La Spezia und Rimini zurückzudrängen. Rom war von Generalfeldmarschall Albert Kesselring zur freien Stadt erklärt und von den deutschen Truppen am 4. Juni 1944 geräumt worden. Hauptziel war es, wichtiges Weltkulturerbe vor der Zerstörung zu bewahren.
Mussolini wurde als Staatschef abgesetzt und Italien erklärte ihrem ehemaligen deutschen Verbündeten den Krieg.

In Russland war die Heeresgruppe Nord bis in ihre Ausgangstellungen von 1940 zurückgedrängt und der Belagerungsring um Leningrad gesprengt worden. Die Heeresgruppe Mitte war seit Anfang Juni 1944 gegen eine feindliche Übermacht in schwere Kämpfe verwickelt, die Ende Juli 1944 zum vollständigem Zusammenbruch der Heeresgruppe führte. Die Heeresgruppe Süd war nach der gescheiterten Offensive im Kursker-Bogen, der Operation Zitadelle (die größte Panzerschlacht des 2.Weltkriegs) ebenfalls weit zurückgedrängt worden und stand Anfang Juni 1944 bereits in Rumänien.

An der gesamten Atlantikküste wurde seit der gescheiterten Luftschlacht um England Bunkeranlagen und Verteidigungsstellungen gebaut. Der von Hitler befohlene Bau eines Atlantikwalls, von Norwegen bis zur spanisch-französischen Grenze, sollte die Alliierten daran hindern, eine dritte Front im Westen gegen Deutschland zu eröffnen. Generalfeldmarschall Erwin Rommel, Heerführer der Heeresgruppe B, war damit beauftragt worden, die Fortschritte des Atlantikwalls zu überwachen. Rommel besuchte den gesamten Atlantikwall an der französischen Küste, weil dort eine alliierte Landung aufgrund der kurzen Entfernung zu England am wahrscheinlichsten war.

Sein Bericht, zeigte, dass der Atlantikwall selbst bei Calais, wo er sehr stark ausgebaut und mit kampferfahrenen Truppen besetzt war, seiner Meinung nach keiner alliierten Landung standhalten konnte. Er forderte weitere Bunker, Geschütze und vor allem Panzer und Luftwaffe in Küstennähe. Da keine seiner Forderungen erfüllt wurden, half er sich mit dem was er zur Verfügung hatte, wodurch eine sehr improvisierte Verteidigung entstand.

Hier eine Übersicht über einfache, aber effektive Hindernisse:


Rommel ordnete erstmals auch die Flutung von Gebieten im Hinterland, die für Fallschirmabsprünge oder Lastensegler geeignet waren, an. Bekannt wurden hier auch die von Rommel erfundenen und nach ihm benannten „Rommelspargel“. Ein einfacher, angespitzter Holzpflock, der massenhaft in die Erde gerammt wird. Er diente dazu, landende Fallschirmspringer einfach aufzuspießen oder Lastensegler im Anflug aufzureißen und die Besatzung zu töten.

Auch erfahrene Bunkerbesatzungen hielt er für dringend notwendig, um eine alliierte Landung zu verhindern. Die stationierten Truppen (ausgenommen derer in Calais) waren meist junge oder zu alte Soldaten oder häufig auch Truppen aus verschiedenen osteuropäischen Ländern (unter anderem auch eine Division Kosaken, die sich während des Russlandfeldzugs den Deutschen angeschlossen hatte – sie wurde während eines Luftangriffs der Alliierten, ein paar Tage nach der Landung, auf einer Landstraße vollständig vernichtet, mit nur einem Überlebenden).

2. Wie kam es zu dieser Situation?

Nach dem geglückten „Fall Weiß“, dem Angriff auf Polen, und noch während des „Unternehmen Weserübung“, dem Blitzkrieg in Norwegen und Dänemark, startete am 10. Mai 1940 um 5:35 Uhr der Angriff im Westen. Der deutsche Vormarsch sah, wie im 1.Weltkrieg auch, einen Angriff auf Frankreich über das neutrale Belgien, sowie die neutralen Niederlande vor (Heeresgruppe B). Im Unterschied zum 1. Weltkrieg sollte hier jedoch nicht der Hauptstoß stattfinden, sondern ein Täuschungsmanöver. Die „Operation Sichelschnitt“ sah einen Hauptangriff mit Panzerverbänden durch die Ardennen vor (Heeresgruppe A), der dann zur Küste vorstieß und die mittlerweile den Niederländern und Belgiern zu Hilfe geeilten Engländer und Franzosen einkesselte. Außerdem sollten sich weitere Verbände (Heeresgruppe C) Ferngefechte mit den Besatzungen der Maginotlinie liefern, um deren Besatzungen zu binden. Die Marginotlinie war dazu gedacht den deutschen Angriff aufzuhalten, und galt als eine der besten Anlagen.

Der deutsche Aufmarsch bestand aus 136 Divisionen, 2580 Panzern und 3534 Flugzeugen. Eingeteilt in die Heeresgruppe A unter dem seinerzeitigen Generaloberst Gerd von Rundstedt, Heeresgruppe B unter Generaloberst Fedor von Bock und Heeresgruppe C unter Generaloberst Wilhelm Ritter von Leeb. Ihnen gegenüber standen 137 französische, 9 britische, 22 belgische und 12 holländische Divisionen. Dazu kamen 3000 Panzer und 2500 Flugzeuge.

Zwei besondere Ereignisse während des Westfeldzuges sollen besonders herausgestellt werden: Zum einen der Kampf um Eben-Emael und zum anderen Dünkirchen.

Das belgische Fort Eben-Emael galt als das sicherste und stärkste Fort in Europa. Es beherrschte das gesamte Gelände zwischen Maastricht und Lüttich und verfügte über 2x12cm- und 4x7,5cm-Geschütze in drehbaren Kuppeln (Panzerstärke 45cm). Die Betonwände waren 4 bis 5 Meter dick, außerdem war es zudem mit 12x7,5cm- Kasemattengeschützen, 17 Pak- und 7 Flakgeschützen, 20 Doppel-MG und 17 Scheinwerfern mit 40cm Durchmesser ausgerüstet.
Hier wurden zum ersten Mal in der Geschichte Fallschirmjäger in größerer Anzahl in Lastenseglern eingesetzt. Diese Lastensegler waren zuvor von den deutschen Oberbefehlshabern streng geheim gehalten worden. Seit dem 2.11.1939 wurden Fallschirmjäger ausgebildet, dieses Fort zu stürmen. Diese Männer waren zur strengsten Geheimhaltung verpflichtet und wurden beim leisesten Verdacht auf Nichteinhaltung der Verschwiegenheit mit dem Tode bestraft (tatsächlich wurden 2 Fallschirmjäger hingerichtet und erst nach der Erstürmung Eben-Emaels nachträglich begnadigt). Darüber hinaus galt vom 2.11.1939 bis zum 9.5.1940 totale Ausgangs- und Urlaubssperre!
Den Fallschirmjägern war es gelungen, mit nur 6 Toten und 20 Verwundeten das Fort zu erobern. Dies gelang insbesondere deshalb, weil die Besatzung des Forts nicht mit einem Angriff aus der Luft rechnete und deshalb überrumpelt werden konnte. Möglich wurde dieses Unterfangen dadurch, dass die eingesetzten deutschen Lastensegler bauartbedingt keine Motorengeräusche verursachten.

Bilder des Forts Eben-Emael


Der Kampf um Dünkirchen war wohl das bedeutendste Ereignis im Westfeldzug. Den Truppen der Wehrmacht war es gelungen, die von Lord Gort befehligten alliierten Truppen bei Dünkirchen am 20. Mai einzukesseln. Ungefähr 400.000 englische, französische und belgische Soldaten waren eingeschlossen. Entgegen dem Willen der französischen Führung wurde in England der Befehl zur Operation Dynamo gegeben. Inhalt der Operation Dynamo war die Evakuierung der eingeschlossen Streitkräfte über See nach England. Obwohl damit gerechnet wurde, neben dem vollständigen Verlust aller Ausrüstung, nur 45.000 Mann retten zu können, entschied sich der englische Staatschef Winston Churchill dennoch für die Operation. Unerwartete Hilfe kam von deutscher Seite durch den am 24. Mai von Hitler persönlich an die deutschen Truppen des Heeres ergangenen Haltebefehl. Hintergrund war das Versprechens Hermann Görings, dass die deutsche Luftwaffe die eingeschlossenen Verbände allein vernichten könne, sehr zur Freude der kommandierenden Generäle. Diese waren froh über die Kampfpause, um ihre mittlerweile stark mitgenommenen Panzerverbände wieder auffüllen und instand setzen zu können.

Anfangs sah es so aus, als ob die Luftwaffe tatsächlich in der Lage wäre, die alliierten Verbände allein zu vernichten. So konnten am ersten Tag der Operation Dynamo nur 7.669 Engländer übergesetzt werden. Die Effektivität der Evakuierung konnte erst dadurch verbessert werden, dass eine Schlechtwetterfront den deutschen Flugzeugen nicht ermöglichte zu starten. Außerdem setzten die Royal Airforce zum ersten Mal ihre bis zu diesem Zeitpunkt geheim gehaltenen Spitfire-Jagdmaschinen ein. Diese Jäger waren den deutschen ME-109-Jagdmaschinen zumindest ebenbürtig. Auch hatten sie den kürzeren Flugweg von ihren Flughäfen direkt gegenüber des Kanals, während der Hauptteil der deutschen Luftwaffe noch von Flughäfen in Deutschland aus in ihre Einsätze flog.

Links: Britische Spitfire, Rechts: deutsche ME-109


Am 26. Mai wurde der Haltebefehl zurückgenommen, um einen noch größeren Erfolg der Evakuierung zu verhindern. Am 4. Juni um 3:30 Uhr endete die Operation Dynamo, es wurden insgesamt 338.226 Soldaten aus dem Kessel gerettet. 38.000 Soldaten, 591 Panzer, 988 Geschütze und 50.000 Fahrzeuge blieben zurück. Auch wurden 272 Schiffe versenkt, darunter 9 Zerstörer.

Während die alliierten 177 zumeist technisch veraltete Flugzeuge verloren, büßte die deutsche Luftwaffe 156 moderne Flugzeuge ein. Wie sich im weiteren Kriegsverlauf zeigte (besonders während der Luftschlacht um England), waren die richtigen Konsequenzen aus diesen Verlusten kampfentscheidend, wenn man diese in Relationen setzt. Während England seine Flugzeugproduktion steigerte und auf erkannte Schwächen einging, hielt der Chef der Luftwaffe, Hermann Göring, Konsequenzen nicht für erforderlich.

Nach der Schlacht um Dünkirchen dauerte der Frankreichfeldzug noch bis zum 25. Juni 1940, 01:35 Uhr. Der von den Franzosen im Wald von Compiègne unterzeichnete Waffenstillstand trat in Kraft.

Bilanz nach Ende des Westfeldzuges:

 

Deutschland

Alliierte

Verwundete

111.034

200.000

Verluste

27.074

162.000

Kriegsgefangene

1,3 Mio.

-


Mit der Kapitulation Frankreichs war der Krieg im Westen allerdings noch nicht zu Ende.

Denn entgegen Hitlers Hoffnung, einen Friedensvertrag mit den Engländern zu erreichen, wollte Premier Churchill den Krieg nicht beenden. Hitler gab hierauf am 16. Juli 1940 den Startbefehl für die Vorbereitungen des „Unternehmen Seelöwe“, welches die Landung in England zum Ziel hatte. Für den Erfolg war die Luftüberlegenheit, nicht nur über dem Kanal sondern auch über dem kompletten Süden Englands, erforderlich. Daher startete am 13. August 1940, dem sogenannten "Adlertag", die in die Geschichte eingegangene Luftschlacht um England. 1000 Bomber, 870 Jäger, 330 Stukas und 270 Zerstörer starteten am Adlertag, gegliedert in 3 Luftflotten, zum Angriff auf England. Eine Niederlage der deutschen Luftwaffe war allerdings abzusehen. Nicht nur, dass den deutschen Jägern nur 20 Minuten für Luftkämpfe über England blieben und sie danach nur hoffen konnten, ihre Startflugplätze noch zu erreichen, waren dafür verantwortlich. Auch verfügten die Engländer über zwei Geheimwaffen. Zum einen Radar, mit welchem sie die deutschen Maschinen, die sich im Anflug befanden, orten konnten, und zum anderen hatten sie von französischen Widerstandskämpfern eine Enigma samt Codebüchern bekommen, mit deren Hilfe sie den Luftwaffen-Code entschlüsselten und somit die Ziele der Maschinen kannten, schon bevor diese starteten.

Für die deutsche Luftwaffe war zu diesem Kriegszeitpunkt der Verlust an Maschinen nicht der entscheidende, sondern der Verlust an erfahrenen Piloten. Die abgeschossenen englischen Piloten landeten in England und wurden in neue Maschinen gesetzt, während die deutschen Piloten in Kriegsgefangenenschaft gerieten.

Als Konsequenz wurde die Operation Seelöwe nie durchgeführt. Hitler ließ die Vorbereitungen noch eine gewisse Zeit laufen, in der steten Hoffnung, die Engländer mit der Bedrohung einer Landung doch noch zu einem Friedensschluss bewegen zu können. Die deutsche Luftwaffe stellte ihre Angriffe bis 1945 gegen England nicht ein. Gegen Kriegsende wurden vermehrt Raketen der Typen V1 und V2 auf London abgeschossen.



Am 22. Juni 1941 erteilte Hitler den Befehl für das „Unternehmen Barbarossa“, damit kam er einem Angriff der Sowjetunion zuvor. Dadurch wurde der Schauplatz im Westen, nach dem Balkanfeldzug und der Landung auf Kreta, endgültig zu einem Nebenkriegsschauplatz.

Nach dem 7.12.1941, dem Angriff auf Pearl Harbour (amerikanischer Flottenstützpunkt auf Hawaii) durch die Japaner, trat Amerika auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein.

3. Landung der Alliierten (Operation Overlord)

Am Morgen des 6. Juni 1944 begann an den Stränden der Normandie die bisher größte Landeoperation der Kriegsgeschichte. Über 6.000 Schiffe, unterstützt von 11.560 Flugzeugen, transportierten die alliierten Invasionsstreitkräfte nach Frankreich. Die dritte Front gegen Deutschland im Westen war eröffnet.

Eine Landung alliierter Streitkräfte im Westen wurde seit 1942 von Stalin wiederholt gefordert, um eine Entlastung der russischen Front herbeizuführen. Bei der Konferenz von Quebec im Sommer 1943 wurde, nachdem man sich geeinigt hatte „Germany First!“, erstmals über eine Landung in Frankreich ernsthaft gesprochen. Bei einer weiteren Konferenz im November in Teheran legte man den Termin einer Landung auf den Mai 1944 fest. Aufgrund anhaltend schlechtem Wetter wurde dieser Termin immer weiter verlegt. Als am 5.6.1944. eine kurzfristige Wetterverbesserung prognostiziert wurde, entschied Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten im Westen, die Landung am 6.6.1944 durchzuführen.

„Operation Overlord“ war der Deckname für eine Anzahl verschiedener Operationen. Zu Beginn wurde eine Landung bei Calais vorgetäuscht. Dazu wurden Unmengen an Papppanzern, Flugzeugen aus Holz und Leinwand, aufblasbare Lastwagen und ganze Zeltstädte aufgebaut. Auch wurde ein ständiger Funkverkehr eingerichtet und der amerikanische General Patton in dieses Gebiet versetzt, um die Glaubhaftigkeit zu erhöhen. Zur Überraschung für die Alliierten war Hitler so davon überzeugt, dass dies die wahre Streitmacht sei, dass er sogar noch Wochen nach der Invasion in der Normandie an ein Täuschungsmanöver glaubte und die echte Invasion in Calais erwartete.

In Südengland wurden bis zur Landung 3,5 Millionen Soldaten und 20 Millionen Tonnen Material zusammengezogen. Davon wurden am ersten Tag der Landung 150.000 Soldaten und bis Ende des ersten Monats 850.000 Soldaten, 150.000 Fahrzeuge und 570.000 Tonnen Material nach Frankreich gebracht.

Die Landung fand in zwei Teilen statt. In der Nacht sprangen 3 alliierte Luftlandedivisionen im Hinterland ab, um wichtige Brücken und Straßen zu sichern. Aufgrund ungünstiger Winde wurden diese Divisionen jedoch über die gesamte Normandie verstreut und hatten hohe Verluste zu beklagen, erfüllten aber dennoch all ihre Missionen. Die Landung selbst sollte an 5 Strandabschnitten erfolgen. Letztere erhielten die Tarnnamen Utah und Omaha, an denen die Amerikaner landeten, Gold und Sword, an den die Briten landeten, und Juno, wo kanadische Truppen an Land kamen.

Auf deutscher Seite herrschte am Tag der Landung absolutes Chaos und die Täuschungsmanöver der Alliierten waren somit erfolgreich.

Beispielsweise hatte Generalfeldmarschall Rommel aufgrund des schlechten Wetters Heimaturlaub und besuchte seine Frau zu ihrem Geburtstag. Der französische Widerstand hatte viele Telegraphen- und Telefonverbindungen gekappt, wodurch die deutschen Einheiten sich untereinander kaum verständigen konnten. Die über die ganze Normandie verteilten Fallschirmspringer ließen bei vielen Ortskommandanten den Eindruck entstehen, ihr Zuständigkeitsbereich sei das Hauptziel, sodass ganze deutsche Verbände, von oft nur in Kampfgruppenstärke vorhandenen Fallschirmjägern, gebunden wurden. Da sich Rommel, Chef der Heeresgruppe B, und von Rundstedt, Oberbefehlshaber West, nicht einigen konnten, unterstand die Panzerlehr-Division direkt dem Befehl des Führers. Die Bitte, diese im Hinterland stehende Division, an den Stränden einsetzen zu dürfen wurde durch den Chef des Generalstabs, Alfred Jodl, abgewiesen. Eine Entscheidung über den Einsatz der Division wurde nicht herbeigeführt, da der Führer gerade schliefe und besser nicht geweckt werden solle.

Schätzungen zufolge werden am Tag der Landung die Verluste der Alliierten auf 10.000 und die der Deutschen auf 9.000 Tote beziffert. Die gesamte Operation Overlord forderte auf alliierter Seite 37.000 Tote bei den Landstreitkräften und 28.714 Tote bei den Luftstreitkräften, 18.000 Vermisste und 155.000 Verwundete. Auf deutscher Seite werden rund 200.000 Toten/Verwundeten/Vermissten geschätztt.

4. Kampf in der Bocage und Ausbruch aus der Landezone am 31. Juli

Trotz der aus ihrer Sicht geglückten Landung waren die alliierten Befehlshaber nicht zufrieden mit dem erzielten Erfolg. Der Zeitplan sah vor, dass man bereits am Tag der Landung die französische Stadt Caen einnehmen würde, stattdessen saßen sie immer noch an den Stränden fest und hätten bei einem gezielten deutschen Gegenstoß wieder ins Meer getrieben werden können.

Entgegen der Erwartung der alliierten Führung zogen sich die deutschen Wehrmachtstruppen nicht zurück, um eine geschlossene Verteidigungslinie aufzubauen, sondern gruben sich an Ort und Stelle in die „Bocage“ ein.

Bei der "Bocage" handelt es sich um eine Heckenlandschaftsart der Normandie. Jede Straße, jedes Feld, jeder Bauernhof und jedes Dorf werden von mannshohen Hecken gesäumt. Die deutschen Verteidiger machten diese Zone zu einer Todeszone für die Alliierten. Sie bereiteten Hinterhalte und Fallen vor. Den Alliierten war in diesem Gebiet ihre Luftüberlegenheit nicht von Nutzen, da man aus der Luft keinen Unterschied zwischen Freund und Feind ausmachen konnte. Die Hecken erschwerten auch den Einsatz von Panzern, die durch die optimale Deckung durch Infanteristen im Nahkampf leicht ausgeschaltet werden konnten. Erst die Idee eines alliierten Panzerkommandanten, die Strandhindernisse vor die Panzer zu schweißen und somit die Hecken niederzuwalzen, zeigte Erfolg und ermöglichten den Alliierten weitere Geländegewinne. So wurde am 9. Juli die von den Deutschen zäh verteidigte Stadt Caen teilweise erobert. Erst am 19. Juli war die Stadt fest in alliierter Hand, über einem Monat hinter dem Zeitplan.

Am 31. Juli 1944 gelang der 12. US-Heeresgruppe bei Avranches der Ausbruch aus der Normandie auf einem 20km breiten Abschnitt. Die Alliierten, die durch diese Lücke stießen, rückten in zwei Stoßrichtungen weiter vor. Zum einen nach Osten in den Rücken der Heeresgruppe B und zum anderen in Richtung Rennes, welches am 4. August erobert wurde.

5. Landung weiterer alliierter Truppen bei Toulon und Cannes

Am 15.8.1944 starteten die Alliierten eine weitere Landung, diesmal in Südfrankreich (Operation Dragoon). In dem Gebiet zwischen Toulon und Cannes landeten bis zum 17.8.1944 90.000 Soldaten, 12.000 Fahrzeuge und 405.000 Tonnen Material. Eine Flotte von 2.000 Schiffen unterstützt durch 5.000 Kampfflugzeugen brachte die Soldaten von Italien nach Südfrankreich. Ihre Aufgabe war es, die deutschen Verteidiger so schnell wie möglich auszuschalten, in Richtung Paris vorzustoßen und sich dort mit den Truppen aus der Normandie zu vereinigen.

Die Landung folgte dem Muster der „Operation Neptune“, der Landung der Soldaten am D-Day im Rahmen der „Operation Overlord“. Auch hier wurden zuvor Fallschirmjäger im Hinterland abgesetzt, welche wichtige Brücken, Straßenknotenpunkte und ähnliches sicherten. Die deutsche Verteidigung bestand aus der 19. Armee unter General Friedrich Wiese. Er war mit seinen Truppen für den gesamten Süden Frankreichs zuständig und hatte bereits mehrere Divisionen an die in der Normandie kämpfende Heeresgruppe B abgeben müssen. Seine Truppen waren auf sich allein gestellt und hielten bis zum 17.8.1944 die Stellung. Am 16. August hatte Hitler den Befehl zum Rückzug und Räumung von Südfrankreich erteilt, einer der sehr seltenen Rückzugsbefehle. Einen Tag später räumten die Deutschen ihre Stellungen und ermöglichten den Alliierten einen schnellen Vorstoß in das Herz Frankreichs.

6. Kessel von Falaise

Am 15.8., zeitgleich mit der Landung in Toulon und Cannes, versuchten die allliierten Streitkräfte, das 7. Deutsche Armeekorps bei Falaise einzukesseln. Von Norden rückte die 1. Kanadische Armee, von Süden die 1. US-Armee unter General Bradley vor. General Bradley hatte den Ruf übervorsichtig zu sein und auch jetzt zögerte er zu lange anstelle eines schnellen Vorstoßes, welcher notwendig gewesen wäre, um das Korps einkesseln zu können.

Generalfeldmarschall Günther von Kluge erkannte die Gefahr der Einkesselung und befahl unverzüglich den Ausbruch. Da das 1. Armeekorps aber über keinen Sprit mehr verfügte, mussten alle Fahrzeuge zurückgelassen werden und zu Fuß der Ausbruch versucht werden. Bis zum 19.8. entkamen 50.000 von insgesamt 125.000 Soldaten aus dem drohenden Kessel. Ab dem 19.8. war er geschlossen und 50.000 Soldaten waren in einem Kessel von einer Größe von 10x12 Kilometern eingeschlossen. Diese verbliebenen Soldaten waren Teile der 5. Panzerarmee und der 7. Armee.

Nach der Kapitulation fielen den Alliierten 400 Panzer und Sturmgeschütze, 990 Geschütze, 7.000 Kraftfahrzeuge und 3 deutsche Generäle in die Hände.

7. Kampf um Paris

Am 25.8.1944 wurde Paris durch die Alliierten übernommen. Angesichts der alliierten Nähe erhoben sich seit dem 19. August Aufständische der französischen Resistance gegen die deutschen Truppen und besetzten mehrere Gebäude in Paris. General Dietrich von Choltitz, Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Paris, hatte den Befehl von Hitler erhalten, Paris in ein Trümmerfeld zu verwandeln und bis zur letzten Patrone zu halten. Choltitz weigerte sich diesen Befehl auszuführen und führte Verhandlungen mit den Aufständischen, um einen Waffenstillstand zu erzielen. In dessen Schutz wollte er die französische Hauptstadt Paris räumen und diese, wie zuvor Rom in Italien, den Alliierten kampflos überlassen. Da sich jedoch nur einige der Aufständischen mit einem Waffenstillstand einverstanden erklärten konnte nur Teile der Besatzung abgezogen werden.

Die alliierten Verbände hatten vor Paris Halt gemacht, da ein Konflikt innerhalb der alliierten Führung entstanden war. Da Charles de Gaulle, Führer der an der Befreiung Frankreichs beteiligten Freifranzosen, das Recht forderte, als Erster nach Paris vorzurücken und es somit allein zu befreien. Dieser Konflikt forderte auf beiden Seiten vermeidbare Opfer. So waren die Deutschen zwar bereit, sich alliierten Truppen zu ergeben, aber nicht den Aufständischen, da sie eine Rache der französischen Resistance befürchteten. Hintergrund war das Ziel de Gaulles, nach dem Krieg die Führung in Frankreich zu übernehmen. Für diesen Zweck war es durchaus wichtig, als Befreier von Paris und somit ganz Frankreich zu gelten, insbesondere um seine Machtansprüche weiter festigen zu können.

8. Kampf um Brüssel

Am 3.9.1944, 6 Tage nach der Übernahme von Paris, erreichten die alliierten Spitzen die Grenze zu Belgien und marschierten noch am selben Tag in Brüssel ein, welches zuvor von den deutschen Truppen geräumt worden war. Diese Räumung wurde von den Deutschen über die belgischen Radiosender bekannt gemacht — Eingeschränkt durch den Vermerk, dass man wieder kommen würde.

Am 4.9. wurde Antwerpen von den Briten erobert, am 5.9. die Grenze zu Holland erreicht und am 6.9. Lüttich von den Amerikanern erobert.

Die deutschen Verbände hatten sich auf eine Verteidigungsstellung von der Schelde-Mündung ostwärts bis zur Maas und von dort bis Aachen, womit sie einen Anschluss an den Westwall hatten, zurückgezogen. Der Westwall wurde mittlerweile erweitert und ging von Aachen bis Trier und von dort über Metz und Belfort bis zu Schweizergrenze. An der deutschen Grenze war eine Front von 66 Divisionen zusammengezogen worden, von denen jedoch lediglich 18 voll kampffähig waren.

Der Westwall war seit dem Westfeldzug dem Verfall preisgegeben. Seine wenigen Geschütze waren im Atlantikwall verbaut und auch sonst war der Westwall eine unzureichende Verteidigungsstellung. Aus diesem Grund war der Ausbau des Westwalls befohlen worden, und alle Männer, die arbeitsfähig waren, kommandierte man aus grenznahen Ortschaften zum Ausbau des Westwalls ab.

Am 11.9.1944 um 18:55 Uhr überquerte bei Stolzenburg (Luxemburg) eine amerikanische Patrouille erstmals die deutsche Reichsgrenze, wodurch diese die ersten alliierten Soldaten auf deutschen Boden waren.

Bilder des Westwalls heute:


9. Operation Market Garden

Der schnelle alliierte Vormarsch brachte ein großes Problem mit sich, nämlich die Versorgung der alliierten Verbände. Den Alliierten waren bisher nur wenig intakte Häfen an der französischen Küste in die Hände gefallen. Der Hauptteil der Versorgung lief immer noch über den letzten intakten Mullberry-Hafen in der Normandie. Viele Häfen konnten noch bis Kriegsende von den Deutschen gehalten werden.

Somit war die Führung der alliierten Streitkräfte gezwungen, den begrenzten Nachschub unter den Stoßrichtungen aufzuteilen: Zwischen den Briten unter Feldmarschall Bernard Montgomery im Norden, entlang der Küste, und den Amerikanern unter General Patton, welche vor dem Westwall standen.

Oft bekamen die Briten den Nachschub, da auf ihrer Vormarschroute viele V1- und V2-Abschussrampen standen, von denen täglich Raketen auf England abgeschossen wurden.

Auf Drängen von Montgomery wurde die von ihm entworfene „Operation Market Garden“ genehmigt, wodurch sämtlicher Nachschub an die Briten geliefert wurde. Seit der Landung deutscher Fallschirmjäger auf Kreta (Unternehmen Merkur) waren die Alliierten sehr beeindruckt von der Schlagkräftigkeit solcher Truppen und setzten in wachsendem Umfang auf diese Spezialeinheiten. Doch während des schnellen Vormarsches durch Frankreich waren viele Missionen abgesagt worden, oder man sprang schon hinter eigenen Linien ab.

Montgomery plante nun ein Unternehmen, bei dem Fallschirmjäger ganz Holland erobern sollten. „Operation Market Garden“ war in zwei Teile gegliedert. Market (Teil 1) hatte die Eroberung der wichtigen Brücken in Holland zum Ziel. Die Brücken in Eindhoven sollten von der 101. Luftlandedivision (USA) eingenommen werden, in Nimwegen sollte die 82. Luftlandedivision (USA) zum Einsatz kommen, während in Arnheim die 1. Britische Luftlandedivision, unterstützt von der 1. Polnische Fallschirmjägerbrigade, die Brücke erobern sollte. Garden (Teil 2) war der Deckname des Vormarsches des XXX. Korps, welches die Fallschirmjäger entsetzen sollte.

Ziel der ganzen Operation war es in das Herz Deutschlands, das Ruhrgebiet, vorzustoßen und somit den Krieg schnell zu beenden.

Die Operation "Market Garden" verlief zunächst wunschgemäß. Der holländische Widerstand berichtete täglich von zurückweichenden deutschen Verbänden, die unorganisiert alle kopflos in Richtung Deutschland flüchteten. Montgomery hatte jedoch Angst zu früh loszuschlagen und wartete weiter ab, um wie vor El Alamein eine absolute Übermacht zu erlangen. Inzwischen war Generalfeldmarschall Walter Model zum Befehlshaber der Wehrmachtsverbände in Holland ernannt worden. Er organisierte die zurückflutende 15. Armee unter General der Infanterie, Gustav-Adolf von Zangen, und die 1. Fallschirmjägerarmee unter General der Fallschirmtruppe, Kurt Student. Zudem wurden die 9. Panzerarmee und das II. SS-Panzerkorps nach Arnheim verlegt, um dort wieder aufgefüllt zu werden.

Der holländische Widerstand meldete dies an die alliierte Führung, doch Montgomery tat diese Meldungen als Falschmeldungen ab. Zur Sicherheit wurden von besorgten Offizieren erneute Aufklärungsflüge durchgeführt, die die Anwesenheit deutscher Panzer bestätigten. Diese Fotos wurden jedoch nicht mehr in die Planung mit einbezogen, da diese bereits zu weit fortgeschritten war.

Am 17.9.1944 startete die Operation "Market Garden". Insgesamt 35.000 Fallschirmspringer wurden abgesetzt. Direkt nach der Landung begannen die ersten Schwierigkeiten. Viele Verbände hatten die Absprungzonen verfehlt und waren somit weitab ihrer Ziele. Außerdem versagten sämtliche Funkgeräte. In Eindhoven konnte nur eine der drei wichtigen Brücken gesichert werden, in Nimwegen hingegen alle. In Arnheim konnte ein Stoßtrupp eine Uferseite der Brücke besetzten, wurde aber von der Hauptstreitmacht abgeschnitten. Zudem besetzten die deutschen Truppen die englischen Absprungzonen. Der gesamte Nachschub für Arnheim wurde über den deutschen Stellungen abgeworfen.

Auch das vorrückende XXX. Korps hatte Schwierigkeiten und konnte sich nicht an den Zeitplan halten. Die Situation verschlechterte sich noch weiterhin, als in England eine Schlechtwetterfront dafür sorgte, dass kein Nachschub die Fallschirmspringer erreichen konnte. Währenddessen formierten sich die Deutschen zu einem Gegenstoß und konnten Nimwegen für eine gewisse Zeit zurückerobern.

Am 25.9.1944 endete die Operation „Market Garden“. Von den bei Arnheim abgesprungenen 10.000 Mann waren 8.000 entweder tot oder in Gefangenschaft geraten. 2.000 war es gelungen, sich zu den alliierten Verbänden durchzuschlagen.

Man geht von 17.000 Toten auf alliierter Seite aus. Die Deutschen hatten 2.500 Tote und 7.500 Verwundete zu beklagen. Die vorgenannten Zahlen werden im Wesentlichen durch Aufzeichnungen von Gesprächen mit deutschen und alliierten Befehlshabern, die vor Ort im Einsatz waren, belegt.

10. Einnahme von Aachen

Am 21.10.1944 wurde Aachen von den Alliierten erobert, dies war die erste deutsche Großstadt. Fünf Tage zuvor, am 16.10. wurde Aachen eingekesselt und es wurde der Führerbefehl ausgegeben: "Kampf bis zum letzten Mann!" Aus strategischer Sicht hatte Aachen keine große Bedeutung, besaß allerdings einen hohen Propagandawert, nicht zuletzt auch deshalb, da in dieser Stadt 37 deutsche Könige gekrönt wurden. Der Oberbefehlshaber in Aachen verweigerte den Durchhaltebefehl und kapitulierte am 21.10.1944. Aachen, welches von alliierten Bomben bereits total zerstört war, wurde von den Alliierten evakuiert. Die bis dahin noch verbliebene Bevölkerung wurde in Internierungslager in Belgien verbracht und blieb dort bis Kriegsende.

11. Die Ardennenoffensive

Am 16.12.1944 startete das Unternehmen „Wacht am Rhein“, die Ardennenoffensive, die letzte Offensive der Wehrmacht im Westen. Auf einer Breite von 100 Kilometer wurden drei Armeen unter dem Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, zusammengezogen.

Die 7. Armee unter General Erich Brandenberger mit 7 Infanteriedivisionen, die 6. SS- Panzerarmee unter SS-Generaloberst Josef Dietrich mit 4 Panzer- und 5 Infanteriedivisionen und die 5. Panzerarmee unter General Erich von Manteuffel mit 3 Panzer- und 4 Infanteriedivisionen. 1.500 Düsenjäger vom Typ Arado234 und ME-262 unterstützten die angreifenden Verbände. Der Aufmarsch gelang, ohne dass die Alliierten dies bemerkt hatten. Ermöglicht wurde dies unter anderem durch Dauereinsätze der Luftwaffe, die den Lärm der Panzermotoren mit dem Motorenlärm ihrer Flugzeuge überdeckte.

1944 war das Jahr mit den größten Produktionszahlen der deutschen Rüstungsindustrie, trotz der erhöhten Anzahl von Angriffen alliierter Bomberverbände. Erreichte wurde dies durch die Verlagerung der Rüstungsproduktionsstätten in unterirdische Bunker. So konnten bei dieser Offensive zahlreiche moderne deutsche Panzer (Königstiger, ...) und Flugzeuge (Düsenjäger, ...) zum Einsatz kommen.

Ziel der Operation war es, Brüssel und Antwerpen zu erobern, die britischen und amerikanischen Verbände zu trennen und zu vernichten. Um die alliierte Luftüberlegenheit zu brechen, startete zeitgleich mit der Ardennenoffensive das Unternehmen „Bodenplatte“, bei dem 1.305 Jäger der Luftwaffe 17 alliierte Flugplätze angriffen und 479 Flugzeuge am Boden zerstörten. Das vorherrschende schlechte Wetter begünstigte die deutsche Offensive und verhinderte das Eingreifen der alliierten Luftwaffe.

Die deutschen Panzertruppen hatten mit Spritmangel zu kämpfen. Sie benötigten für einen ressourcenschonenden Vormarsch und eine stetige Versorgung die wenigen Straßen in den Ardennen. Den Alliierten gelang es jedoch, die wichtigen Straßenknotenpunkte St. Vith und Bastogne zu halten. Die Deutschen kesselten die Ortschaften ein und hofften darauf, dass den Eingeschlossenen der Nachschub ausginge. Am 23.12.1944 änderten sich die Wetterverhältnisse jedoch grundlegend und 3.170 alliierte Bomber griffen in die Kämpfe ein. Die deutsche Offensive geriet ins Stocken, da die Panzerverbände sich nicht mehr in offenem Gelände oder auf Straßen bewegen konnten. Außerdem konnten St. Vith und Bastogne aus der Luft versorgt werden.

Von Rundstedt erkannte, dass die Ardennenoffensive nun nicht mehr zum Erfolg geführt werden konnte und bat Adolf Hitler um einen Rückzug, welchen dieser aber am 25.12 ablehnte. Am 26.12.1944 war es der 4. US-Panzerarmee unter General Patton gelungen, Bastogne zu entsetzen.

Mitte Januar 1945 war das Unternehmen „Wacht am Rhein“ zu Ende. Die Deutschen mussten in ihre Ausgangstellungen zurückweichen. Insgesamt forderte die Ardennenoffensive 20.000 Tote auf deutscher und 30.000 Tote auf alliierter Seite.

12. Einnahme von Remagen

Am 4.2.1945 war Belgien komplett in alliierter Hand. Am 3.3. wurde Xanten erobert. Die zurückflutenden Verbände der Ardennenoffensive versuchten sich über den Rhein ins Reich zu retten. Größtenteils waren die Rheinbrücken jedoch schon gesprengt. Eine Ausnahme bildete hier die Brücke bei Remagen. Der Brückenkommandant zögerte die Sprengung bis zum letzten Moment hinaus, um so vielen deutschen Soldaten wie möglich eine Überquerung des Rheins zu ermöglichen. Am 7.3. näherten sich alliierte Verbände der Brücke jedoch so bedrohlich, dass eine Sprengung unvermeidbar war. Aufgrund minderwertigen Sprengstoffs misslang die Sprengung jedoch. Durch die Wucht der Explosion sprang die Brücke zwar aus ihrem Fundament, sackte jedoch in dieses zurück und blieb nahezu unbeschädigt stehen. Der Brückenkommandant wollte die Brücke mit den ihm zur Verfügung stehenden Leuten solange verteidigen, bis die angeforderte Verstärkung einträfe. Letztendlich musste es sich der Übermacht der Amerikaner beugen, insbesondere deshalb, da keine Verstärkung eintraf. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als sich weiterkämpfend abzusetzen. Die gesamte Brückenwache wurde auf direkten Befehl durch Hitler des Vaterlandsverrats bezichtigt, ausfindig gemacht und standrechtlich erschossen. Durch die Nutzung der Brücke von Remagen war es den amerikanischen Verbänden möglich noch am selben Tag Köln einzunehmen.

Am 13.3. wurden 360 deutsche Düsenjäger und 11 V2-Raketen eingesetzt, um die Brücke doch noch zu zerstören. Allerdings erreichten weder die Raketen noch die Düsenjäger ihr Ziel. Die Brücke von Remagen stürzte 4 Tage später, am 17.3.1945, aufgrund der Sprengungsschäden und der ständigen Überlastung ein. Für die Alliierten hatte dieses Ereignis nur noch untergeordnete militärische Bedeutung mehr, da mittlerweile mehrere Pontonbrücken über den Rhein errichtet waren.

Die 1. US-Panzerarmee hatte am anderen Rheinufer mit schwierigem Gelände zu kämpfen und besetzte so erst am 22.3. Oppenheim und am 24.3. Wesel. Der Ruhrkessel wurde am 1.4.1945 geschlossen.

13. Besetzung weiterer deutscher Städte

Die Reste der Heeresgruppe B, der 15. Armee unter General der Infanterie von Zangen und der 5. Panzerarmee unter General Harpe stellten die letzten Verbände der Wehrmacht im Westen dar. Sie hatten sich unter ihrem Befehlshaber Model ins Ruhrgebiet zurückgezogen und wurden dort eingekesselt.

Währenddessen eroberte die 7. US-Armee am 29.3. Wiesbaden, Frankfurt am Main und Mannheim. Zuvor wurde am 20.3. Mainz erobert. Zu diesem Zeitpunkt konnte den vorrückenden alliierten Verbänden im Westen kein organisierter Widerstand mehr entgegengesetzt werden.

14. Ruhrkessel

Die im Ruhrkessel eingeschlossenen Verbände der Wehrmacht kapitulierten am 17.4. bei Düsseldorf. 325.000 Soldaten gerieten in Gefangenschaft. Der am 1.4. geschlossene Kessel wurde täglich kleiner und am 14.4. zweigeteilt. Um einer alliierten Gefangennahme zu entgehen setzte Generalfeldmarschall Walther Model am 21..4.1945 seinem Leben ein Ende.

15. Weiterer Vormarsch bis zum 7.5.1945

Am 15.4. wurde Arnheim, 7 Monate nach der gescheiterten Operation „Market Garden“, von alliierten Truppen besetzt. Am 19.4. überschritten die Streitkräfte die Elbe und besetzten auch Leipzig. Am 20.4. sprengten deutsche Pioniere vermehrt diverse Deiche in Holland. Am 27.4. fiel Bremen, am 30.4. München und am 28.4. standen die Alliierten in Südtirol. Am 4.5. trafen sich die Westfront und die Südfront am Brenner. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in Norddeutschland, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden bereits Waffenruhe.

16. Kapitulation der deutschen Streitkräfte

Am 7.5.1945, 2:41 Uhr, wurden in Reims die Kapitulationsurkunden unterzeichnet, für die deutsche Seite Generaloberst Alfred Jodl (Wehrmacht), Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg (Marine) und General Wilhelm Oxenius (Luftwaffe).

Der neue Reichspräsident Großadmiral Karl Dönitz zögerte die Unterzeichnung so lange wie möglich hinaus, um deutschen Soldaten und Zivilisten die Flucht in den Westen zu ermöglichen, was nach der Unterzeichnung ausdrücklich verboten war. Erst als die Alliierten drohten, wieder Bomberverbände gegen Deutschland einzusetzen, willigte Dönitz ein, die Kapitulation der Streitkräfte zu unterzeichnen. Die Russen forderten eine nochmalige Unterzeichnung der Kapitulation in Berlin, welche am 9. 5. 1945 erfolgte. Als Kapitulationsdatum gilt jedoch der 8. Mai 1945.

Es muss ausdrücklich festgestellt werden, dass es sich bei der Kapitulation der deutschen Streitkräfte nicht um eine Kapitulation oder gar einen Rücktritt der deutschen Regierung handelt.

(Autor: Freigeist)